bookmarksDoppeltür

«Doppeltür» – Vorprojekt eingereicht

Die nächste Hürde ist genommen. Das Ausstellungs- und Vermittlungskonzept zu «Doppeltür» und ein Vorprojekt zum künftigen «Zentrum Doppeltür» im Herzen von Lengnau liegen vor. Das Dossier des 11-Millionen-Projekts wurde nun beim Swisslos-Fonds des Kantons Aargau eingereicht.

Es ist ein Meilenstein, ein nächster «grosser Schritt», wie es im September-Newsletter wörtlich heisst. Ende August wurde das Dossier zum Projekt «Doppeltür» offiziell beim kantonalen Swisslos-Fonds eingereicht. Es enthält unter anderem eine Projektdokumentation, die sowohl das Ausstellungs- und Vermittlungskonzept näherbringt und präzisiert als auch das architektonische Vorprojekt zum Umbau des Zentrums Doppeltür in Lengnau erstmals im Detail vorstellt. Die einzelnen Projektelemente wurden allesamt durch Profis erarbeitet, das Vorprojekt zum künftigen «Zentrum Doppeltür» hat die Firma Sidler Architekten aus Baden entwickelt.

Das Ausstellungs- und Vermittlungskonzept wie auch das Projekt fürs neue Zentrum sind eingebettet in eine grössere Idee: Die einzigartige Geschichte des jüdisch-christlichen Zusammenlebens im aargauischen Surbtal soll direkt vor Ort, am authentischen Schauplatz, aufgegriffen und umfassend aufgearbeitet werden. Aber nicht nur Aufarbeitung ist das Ziel, die Schauplätze Endingen und Lengnau sollen den Brückenschlag zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ermöglichen. Ausgehend von einer «greifbaren Heimat», vom «Rütli der Schweizer Juden», sollen sich Besucher – die Initiatoren rechnen mit 30 000 jährlich – neben der Geschichte auch mit den persönlichen Fragen des Zusammenlebens der Kulturen und mit Gegenwartsthemen wie gegenseitigem Respekt, Rassismus, Ausgrenzung und dem inter- und intrareligiösen Dialog auseinandersetzen.

Das Projekt «Doppeltür» steht auf einer übergeordneten Ebene auf drei grossen Pfeilern, die mit «Begegnen», «Entdecken» und «Ausstrahlen» umschrieben sind. Ort der Begegnung soll das neue «Zentrum Doppeltür» sein, Entdeckungen sind an den unterschiedlichen Schauplätzen entlang des jüdischen Kulturwegs zu erwarten und über das Surbtal hinaus ausstrahlen soll das Projekt «Doppeltür» über Kooperationen mit gezielt ausgewählten und verwandten Institutionen wie beispielsweise dem Historischen Museum Baden, dem Museum Höfli in Bad Zurzach und den jüdischen Museen von Basel und Hohenems.

Zentrum als Ankerpunkt
Das vermutlich wichtigste Puzzlestück ist das geplante «Zentrum Doppeltür», das nicht zu verwechseln ist mit dem inszenierten Doppeltürhaus, das erst in einer zweiten Phase von «Doppeltür» realisiert werden soll und für welches dann neben den aktuell ins Auge gefassten 11,2 Millionen Franken weitere Mittel erforderlich wären. Bereits in die 11,2 Millionen Franken eingerechnet sind aber Kauf, Umbau, Ausbau und Einrichtung des «Zentrums Doppeltür». Die eigentliche Liegenschaft, es handelt sich um das «Haus am Platz», das zuletzt im Besitz der Familie Müller stand, konnte im Spätherbst 2018 durch den Verein Doppeltür erworben werden für 1,5 Millionen Franken.

Mit der jetzt abgegebenen Projektdokumentation wird in Grundzügen dargestellt, wie man dieses Zentrum, das direkt im Dorfzentrum von Lengnau liegt und umgeben ist von bedeutsamen Gebäuden des jüdisch-christlichen Zusammenlebens, aktivieren und um- und ausbauen möchte. Neben Visualisierungen, die zeigen, wie das Gebäude aus Architekten-Sicht fit gemacht werden kann für die Zukunft, liegt auch schon ein konkretes Nutzungs- und Vermittlungskonzept vor. Als Leser taucht man ein in einen künftigen Besuch im Zentrum, das unterirdisch in Richtung Mikwe auch ausgebaut werden soll.

Im Untergeschoss taucht man mit Unterstützung von Kino-Vorführungen ab ins historische Surbtal, taucht dann, in den Obergeschossen, wieder auf in die Welt der Gegenwart bevor man erneut eintaucht in eine Welt, in der man mit persönlichen Fragen konfrontiert wird. Nach dem Besuch des Zentrums, das nebenbei auch Platz bietet für Workshops, Seminare, kulturelle Veranstaltungen und natürlich das BackOffice der Betreiber, sind die Besucher bereit, an die Schauplätze auszuschwärmen.

Der nächste Schritt
Die aktuelle Kostenschätzung für das vorliegende Projekt beträgt, wie gesagt, rund elf Millionen Franken. Dabei berücksichtigt sind die Projektkosten während der ersten fünf Jahre (2019–2023), die Kosten für den Erwerb und den Umbau der Liegenschaft, die Realisierung des Vermittlungs- und Ausstellungskonzepts im «Zentrum Doppeltür» und auf dem Kulturweg, sowie die Umsetzung der Module «Workshops für Schulen» und «Inszenierung Synagoge». Ebenfalls eingerechnet ist eine Projekt-Reserve von 10 Prozent.

Für den Projektentwicklungsprozess wurde 2016 bekanntlich der Verein Doppeltür als Trägerschaft ins Leben gerufen. Mitglieder des Vereins sind unter anderem Vertreter des damaligen Projektteams, der Betriebskommission des jüdischen Kulturwegs, Eigentümer des Jüdischen Kulturerbes im Surbtal sowie die Gemeinden Endingen und Lengnau. Der Verein wird vom ehemaligen Endinger Gemeindeammann Lukas Keller präsidiert.

Für die Realisierung des Umbaus, der 2021–2022 erfolgen soll und den zukünftigen Betrieb des Projekts Doppeltür ist bis spätestens Ende 2021 die Gründung einer öffentlich-rechtlichen Stiftung geplant. Der Verein wird künftig die Rolle der operativen Betriebsgesellschaft übernehmen.

(Quelle Text: Die Botschaft, 19.09.2020) (Quelle Bild: Ausschnitt des Artikels Doppeltür in «Die Botschaft» vom 19.09.2020)
Nächster Beitrag
Neue Webseite von H+H Management online
Vorheriger Beitrag
Marke und Idee von Dynamo Sempachersee leben weiter