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Tourismusprojekt Zentralschweiz: «Das ist nur in unserer Region möglich»

Luzern – Präsident Adelbert Bütler zieht eine positive Bilanz des Gästivals – nimmt aber auch Stellung zu Kritik. Und er sagt, warum der Tourismus in unserer Region davon profitiert hat.

Adelbert Bütler, das zentrale Motto des Gästivals war die Stärkung der touristischen Gastfreundschaft in unserer Region. Sie sagten unserer Zeitung in der Startphase, dass die Zentralschweiz diesbezüglich nur «Durchschnitt» sei. Auf einer Skala von 1 bis 10: Wo steht unsere Region nun nach dem Gästival-Sommer?
Adelbert Bütler: (schmunzelt) Das Bewusstsein für die Gastfreundschaft zu erhöhen, ist natürlich ein langfristiger Prozess. Eine quantitative Bewertung wäre daher wie Kaffeesatzlesen. Aber es gibt drei zentrale Feststellungen. Erstens stellen wir aufgrund von wiederholten Reaktionen fest, dass das Thema die Aufmerksamkeit von touristischen Akteuren und der Bevölkerung erlangt hat. Es braucht ja oft gar nicht viel, ein nettes Lächeln kann schon reichen.
Ziel der Mitmachkampagne ist es, das Tourismusjubiläum in breiten Bevölkerungskreisen und in sämtlichen Regionen der Zentralschweiz zu verankern. Kulturschaffende, Institutionen aus Tourismus und Sport, Vereine und Einzelpersonen beteiligen sich auf diese Weise mit eigenen Ideen und Projekten am Jubiläum. Bis heute sind bereits mehr als 130 Projekte eingereicht worden.

Ihre zweite Feststellung?
Bütler: Die Kantone arbeiten nun besser zusammen im Tourismus, der Austausch ist lanciert worden und funktioniert einwandfrei. Hier haben wir das Ziel ebenso zu 100 Prozent erreicht wie im dritten Punkt: Es sind Projekte lanciert worden wie der Waldstätterweg oder das ÖVAngebot Tell-Pass Plus, die nachhaltig sind und fortdauern.

Rund 67 000 Besucher haben die Seerose-Bühne an den Standorten Luzern, Stansstad, Brunnen, Alpnachstad, Flüelen und Vitznau zwischen Mai und gestern besucht. Sind Sie mit diesem Aufmarsch zufrieden?
Bütler:
Auf jeden Fall! Der Aufmarsch liegt weit über Erwarten. Wir gingen von rund 45 000 verkauften Tickets aus. Natürlich hatten wir im Sommer auch extremes Wetterglück. Die Publikumsresonanz zeigt: Für ein Pilotprojekt dieser Grösse haben wir, glaube ich, einiges richtig gemacht.

Bei einem Gästival-Gesamtbudget von 8,2 Millionen Franken sollten mit Seerose-Eintritten 600 000 Franken an Einnahmen erwirtschaftet werden. Ziel erreicht?
Bütler:
Nein. Und das ist eigentlich erstaunlich bei 50 Prozent über Budget liegenden Besucherzahlen. Grund dafür ist, dass die Publikumszusammensetzung
ganz anders als erwartet war: Wir hatten sehr viel mehr Schulklassen und Jugendliche zu Besuch. Und wir stellten nach den ersten Tagen um und integrierten in den Tageseintrittspreis auch ein Gratisgetränk.

Was bedeutet dieses Defizit für die Gesamtrechnung?
Bütler:
Unser 8,2-Millionen-Budget wird wohl eine Punktlandung, also eine schwarze Null, hinlegen.

(Quelle Interview: Neue Luzerner Zeitung) (Bild: Seerose vom Gästival 2015: vlnr. Adelbert Bütler (Vereinspräsident) und die Projektleiter Beat Heuberger, Christoph Risi und Jost Huwyler / Quelle: Neue Luzerner Zeitung, Corinne Glanzmann)
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