Geglückter «Marathon 2.0» mit 6’700 Finishern

Die Organisatoren des 14. SwissCityMarathon – Lucerne ziehen eine sehr positive Bilanz. Das neue Konzept aufgrund von umfassenden Schutzmassnahmen konnte wie geplant umgesetzt werden. Bei einer Kontrolle vor Ort stellte der Kanton den Organisatoren ein gutes Zeugnis aus. Insgesamt erreichten fast 6’700 Läuferinnen und Läufer das Ziel.

8’000 angemeldete Läuferinnen und Läufer hatten sich die Organisatoren zum Ziel gesetzt und diese Marke gestern Samstagabend auf den Punkt erreicht. Auf diese Zahl war das spezielle Schutzkonzept ausgelegt, um primär Personenströme zu entflechten und Ansammlungen zu vermeiden. «Wir mussten einen Marathon 2.0 erfinden und freuen uns, dass er geglückt ist», bilanziert OK-Präsident Jost Huwyler. Auch Geschäftsführer Reto Schorno zeigte sich nach Zielschluss zufrieden. «Obwohl wir das neue Konzept nie proben konnten, hat alles wie geplant funktioniert. Insgesamt ziehen wir eine positive Bilanz und freuen uns, dass wir fast 7’000 Läuferinnen und Läufern ein spezielles Erlebnis bieten konnten.» Die Bewilligung für das neue Konzept wurde vom Kanton Luzern ausgestellt. Ein Vertreter war zur Kontrolle vor Ort. «Dafür sind wir dankbar. Denn so wissen wir, dass wir alles richtig gemacht haben», so Schorno.

Tröpfchensystem am Start bewährte sich
Der Startschuss zum 14. SwissCityMarathon – Lucerne fiel um 08.30 Uhr an der Haldenstrasse und erfolgte damit 30 Minuten früher als in den Vorjahren, um das Startzeitfenster zu vergrössern. Die Starts erfolgten im Zwei-Sekunden-Takt. Reto Schorno: «Das Tröpfchensystem hat sich bewährt, führte aber zu einer ungewohnt ruhigen, schon fast andächtigen Stimmung am Start.» Ab 09.15 Uhr gingen die Läuferinnen und Läufern für den Halbmarathon auf die Strecke. Insgesamt liefen 6’657 Laufbegeisterte über die Ziellinie. Beim Marathon gab es 1’240 Finisher, beim Halbmarathon waren es 4’657 Finisher. Der CityRun verzeichnete 680 Finisher. Obwohl kein Rahmenprogramm und keine Festwirtschaften organisiert wurden, war viel Publikum an der Strecke. Die Polizei schätzt, dass rund 25’000 Personen die Läuferinnen und Läufer am Strassenrand angefeuert haben. Zwischenfälle gab es keine. «Für Polizei und Feuerwehr war es ein sehr ruhiger Tag», bestätigt Roger Lang von der Luzerner Polizei.

Weniger Arbeit für die Sanität
Erfreulich ist die Bilanz auch aus medizinischer Sicht. Die Sanität hatte deutlich weniger Arbeit als in anderen Jahren. Rennarzt Dr. Konrad Birrer: «Die Rahmenbedingungen mit mildem Wetter und weniger Läuferinnen und Läufern führten dazu, dass wir fast drei Mal weniger Personen als in Spitzenjahren zu betreuen hatten.» Nur eine Person musste vorübergehend hospitalisiert werden. Der Rest waren Bagatellfälle, insbesondere Muskelkrämpfe.

Einziger Schweizer Flachmarathon
In Luzern konnte in diesem Jahr der einzige Flachmarathon der Schweiz gelaufen werden. Der Sieger im Marathon Overall der Männer wurde T-Roy Brown aus Bern. Der gebürtige US-Amerikaner gewann in 2:29:21. «Es war anstrengend, hat aber grossen Spass gemacht», sagte der 29-Jährige im Ziel. «Ich startete nicht im ersten Zeitfenster und konnte daher einige Läufer überholen. Das gab ein gutes Gefühl.» Auf den 2. Platz lief Luca Vogelsang aus Bösingen in 2:34:44. Nur gerade 6 Sekunden langsamer war Philipp Arnold aus Cham. Der 34-Jährige lief in 2:34:50 über die Ziellinie, sicherte sich damit Rang 3 und stand bereits zum dritten Mal in Folge auf dem Treppchen beim SwissCityMarathon.

Marathon-Siegerin kämpfte ab Kilometer 30
Beim Marathon der Frauen Overall wurde die diesjährige Bestzeit von einem grossen Namen der Schweizer Laufszene erreicht. Patricia Morceli ist unter anderem mehrfache Marathon Schweizermeisterin und Teilnehmerin an Europa- und Weltmeisterschaften. Am diesjährigen SwissCityMarathon blieb sie in 2:59:30 knapp unter ihrem selbst gesteckten Ziel von drei Stunden. Die 47-Jährige verriet aber: «So wie heute habe ich bei Kilometer 30 noch nie bei einem Marathon gelitten. Schön, dass es an diesem perfekten Herbsttag dennoch zum Sieg reichte.» Auf Platz 2 lief Monique Hofer aus Tschugg in 3:00:07. Dritte wurde Marieke Stasch aus Zürich in 3:02:25. Die Luzernerin Franziska Huwyler-Inauen, die den SwissCityMarathon bereits vier Mal gewonnen hatte (2014, 2017, 2018, 2019), lief in 3:02:59 auf Platz 4.

Grösster Halbmarathon der Schweiz
Beim Halbmarathon der Männer siegte Michael Nydegger aus Bern in 1:10:16. Erst vor drei Wochen war der STB Runner am Grand Prix von Bern auf Rang 3 gelaufen. Nydegger siegte vor Sven Thalmann aus Aarau und Tino Polsini aus Gelterkinden. Bei den Frauen lief Bettina Müller aus Oberdorf die schnellste Zeit. Sie absolvierte die Halbmarathondistanz in 1:20:14. Den 2. Platz sicherte sich Daniela Aeschbacher aus Bärau, Dritte wurde Doris Nagel-Wallimann aus Hünenberg. Mit über 4’600 Finishern erlebte Luzern einmal mehr den grössten Halbmarathon der Schweiz.

Premiere für den CityRun
Erstmals wurde in diesem Jahr zum CityRun gestartet. Die Strecke führte über 8.5KM und startete an der Haldenstrasse. Die Läuferinnen und Läufer wendeten bei der Kantonsschule Alpenquai und liefen im Verkehrshaus ins Ziel ein. Im CityRun der Männer Overall siegte Tobias Peter aus Nebikon in 29:59 vor Algirdas Nikolajus aus Luzern und Silvan Baumgartner aus Kriens. Bei den Frauen gewann Gwen Bucher aus Gunzwil in 32:37. Auf Platz 2 lief Tatjana Petersen aus Rotkreuz vor Sara Leutwiler aus Uster.

30’000 Franken an UNICEF Schweiz und Liechtenstein
UNICEF Schweiz und Liechtenstein ist offizieller Charity Partner des SwissCityMarathon – Lucerne. Aufgrund der Restriktionen im Zielgelände befand sich die «UNICEF Mile» dieses Jahr an der Bahnhofstrasse und war Teil der offiziellen Strecke. So hatten alle Läuferinnen und Läufer des CityRun, des Halbmarathons und des Marathons die Wahl, ob sie die mit einem blauen UNICEF-Torbogen gekennzeichnete «UNICEF Mile» durchlaufen wollten. MSD Schweiz spendete als Charity Supporting Partner für jeden Durchlauf einen Beitrag an UNICEF. Der Spendenbetrag von MSD an UNICEF beläuft sich in diesem Jahr auf CHF 20’000. Zudem hatten Läuferinnen und Läufer auch dieses Jahr die Möglichkeit, sich in einer Spezial-Kategorie anzumelden – dem «CityRun for UNICEF». 30 Franken des Startgelds gingen dabei direkt an UNICEF Schweiz und Liechtenstein. Darüber hinaus bestand bei der Online-Anmeldung die Möglichkeit, eine zusätzliche Spende an UNICEF zu tätigen. So durfte der SwissCityMarathon einen weiteren Spendenbetrag von ebenfalls CHF 10’000 an UNICEF Schweiz und Liechtenstein übergeben. Die gesammelten Spenden kommen dem UNICEF Programm in Nepal zugute, das in benachteiligten Regionen den Ansatz der «Kangaroo Mother Care» verbreitet. Dieser kann Frühgeborenen und Babys mit zu geringem Geburtsgewicht das Leben retten.

Der SwissCityMarathon – Lucerne 2022 findet am Sonntag, 30. Oktober 2022 statt. Die Anmeldung ist bereits geöffnet.

(Bild: Logo SwissCityMarathon – Lucerne / Quelle: Verein SwissCityMarathon)
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